Zwei Birresborner Jungen
Großer Andrang bei Eifler Lesungsabend
Freitag, 4. November 2011, 18.45 Uhr - und so langsam geht mir die Muffe. Die Mischung aus Lesung und Autorengeplauder, die ich zu "Zwei Birresborner Jungen" - der abendfüllenden, von Sven Nieder und mir speziell für unser gemeinsames Eifler Heimatdorf konzipierten Veranstaltung - beizutragen beabsichtige, ist für mich nur sehr bedingt etwas Neues und eigentlich nicht mehr lampenfieberwürdig. Doch die Eifel bringt mir heute Abend etwas bei: Nicht nur die Menge der Zuhörer und mangelnde Routine können einem kurz vor dem Auftritt ganz schön zusetzen - sondern auch (und vor allem) die Vermutung, das komplette Auditorium persönlich zu kennen.
So kommt es mir zumindest vor, während ich mit Sven Nieder im Schankraum des Birresborner "Hotel zur Krone" stehe und zusehe, wie immer mehr bekannte Gesichter in den großen Saal des Hotels spazieren. Einhundertdreißig Personen werden's insgesamt, so erfahren wir später; mehr hätte der Saal auch kaum gefasst. Wir sind - unglaublich, aber wahr - voll besetzt.
Und ziemlich angespannt. Kurz nach 19 Uhr eröffnet Ortsbürgermeister Michael Zander den Abend, indem er uns wohlwollend ankündigt. Dann beginnen wir mit dem, was wir vorbereitet haben. Weil sich unsere Arbeit ziemlich grundlegend von der des jeweils anderen unterscheidet, wechseln wir im Zwanzigminutentakt den Schauplatz und den Redner. Nach meiner Begrüßung und Kurzvorstellung meiner diversen Sachbuch- und Übersetzungsprojekte, berichtet Fotograf und Globetrotter Sven Nieder von seiner Reise auf dem Jakobsweg. Ich halte mit einem Crashkurs im Verfassen von Romanen dagegen. Sven entführt uns bei seinem nächsten Programmslot nach Grönland, ich lese dem Ort angemessen aus "Imperium der Zeit" und stelle weitere ausgewählte Romane aus meiner Feder vor. Und so weiter. Klingt bizarr, wird aber erstaunlich homogen und sehr angenehm bunt.
Zwei Stunden hatten wir für unser Programm vorgesehen, insgesamt wird es gut drei Stunden dauern - weil wir plaudern. Mit dem Publikum, miteinander, über unsere Themen und unseren Werdegang. Trotz der inhaltlichen Unterschiede unserer beruflichen Aktivitäten wird der Abend exakt das, was wir uns von ihm erhofften: ein abwechslungsreiches Gespräch für die und mit den Birresbornern und von weiter her angereisten Gästen. Als ich gegen 22 Uhr noch eine spannende Szene aus "Drachengasse 13" lese, registriere ich ebenso überrascht wie begeistert, dass a) noch alle Einhundertdreißig da sind und mir b) jeder aufmerksam zuhört. Um die Uhrzeit und bei der Menge an präsentiertem Material keine Selbstverständlichkeit.
In der Pause und nach der Veranstaltung sind die Büchertische, die Sven Nieder und ich aufgestellt haben, stark belagert. Unzählige wollen sich unsere mitgebrachten Werke anschauen und mal in ihnen blättern. Auch werden wir mit vielen Fragen gelöchert - immer ein sicheres Zeichen für das Interesse des Publikums.
Vielen Dank an alle, die zum Gelingen dieses grandiosen Abends beigetragen haben. Insbesondere danke ich Birresborn und dem Team der Krone für die Gastfreundschaft. Wir kommen, das haben wir ja indirekt schon versprochen, gerne wieder.
CH
Und so sah der Trierische Volksfreund den Abend: "Zwei Birresborner Jungs in fremden Welten"
Links
"Drachengasse 13: Schrecken über Bondingor" jetzt bestellen
"Drachengasse 13: Geister aus der Tiefe" jetzt bestellen









